6. Berlin Triathlon Treptow – Einfach nur Laufen! – Teil II mit Fotogalerie

Trödeln und Gasgeben kann so dicht beieinander liegen! Beim Berlin Triathlon hieß es für mich nicht nur einfach beim Schwimmen mit einem blauen Auge davon zu kommen und mein Rad über den glatten Asphalt zu schieben. In der Wechselzone zeigt sich schnell, wer Profi ist und wer noch weit davon entfernt ist. Ich gehöre eher zur letzten Gruppe, die sogar noch Zeit findet, sich Sachen anzuziehen. Aber ich glaube, gerade deshalb konnte ich auch halbwegs entspannt, ohne zu sehr zu frösteln, die Radstrecke genießen. Nachdem ich die letzten Kilometer halb fliegend im Windschatten einer frischen 2. Welle Fahrerin zugebracht habe, bog ich nicht mehr in die enge Kurve ein, sondern rausche geradeaus, springe ab und stehe in der Wechselzone. Milosz fragte, wie es ist – joa ein Pläuschchen – Fangfrage. Ich solle hinmachen sagen er und mein Support… Verwirrung und noch mehr Verwirrung, wie schon beim ersten Teil

Berlin Triathlon Treptow Schwimmen Rennrad Laufen

Es ging so schnell, dass ich vor Schreck nicht wusste, wo lang. Die Wechselzone voll mit Radlern der ersten Welle, Schwimmern der zweiten Welle, die aufs Rad wollen und Schwimmern, die sich in den Neo quälen, und erst zum Start der Sprintdistanz wollen.

Es piept, mein Armbändchen wurde registriert, ich laufe und laufe. Gar nicht komisch wie vor zwei Jahren beim Sprint. Ich sehe Trainerin Anke von MyGoal, das tut gut! Sie rief mir zu, ich solle die Startnummer nach vorn nehmen und kleine Schritte machen. Hilfe, meine Nummer! Doch etwas vergessen?! Oder womöglich verloren?! Hatte ja nichts abgenommen. Zum Glück, die Nummer war nur unter das Shirt gerutscht.

Kleine Schritte – wie meinte sie das wohl? Mach ich kleine, war das ok? Oder sollten sie kleiner werden, weil sie zu lang und stampfig sind? Ich versuche mich zu sortieren. Ich habe so kalte Zehen und Beine, dass ich kaum wahrnehme, wie groß meine Schritte sind. Mein Forerunner sagt, dass ich um die 4.30min/km laufe. Das ist prima, fühlt sich richtig an und alles unter 5min ist fein. Ich beginne mir kleine Ziele zu setzten, da – einer mit einer Schlafanzughose, den hole ich mir. Hier und da eine Frau – laufen ist meins, ich lasse mich nicht überholen und überhole selbst.

Ein Schrei von der Seite, was bitte? Ich Trödel?! Nein, fühl mich gut. Keine Spur vom mucksenden Piriformis, der mein linkes Bein auf dem Rad zu lähmen schien, weil er so potent, wie meine Physiotherapeutin zu sagen pflegt, auf meine Nerven drückt. Keine Spur vom jammernden, krampfenden hinteren Oberschenkel. Also beginne ich meine Arme schneller zu bewegen. Meine Beine folgen artig.

Und noch ein bekanntes Gesicht: Gerald von Berlin-er-laufen, der schon auf der zweiten Laufrunde ist. Ich folge ihm und sammel ein paar Läuferinnen ein. So schnell, so kurz, es ist vorbei. Die 10km sind so fix innerhalb der zwei Runden vergangen wie noch nie. Irgendwie froh, aber direkt super motiviert, trampel ich die Zielschräge hoch.

Nach 2:37:50 habe ich meine erste Olympische Distanz geschafft. Ich habe das Schwimmen überlebt, konnte mich einigermaßen aus dem Neo raus und in die trockenen Sachen hinein schwingen. Bin nicht vom Rad gefallen und war beim Laufen richtig gut drauf.

Klar kann man hier und da noch mehr heraus quetschen und die 10km hätte ich definitiv auch schneller laufen können. Aber das für mich wahnwitzig erscheinende Ziel von 2:45h, mit dem ich mich gemeldet hatte, habe ich locker unterboten, trotz Panikanfall beim Schwimmen und unendlich viel Zeit beim Wechseln. Wenn ich erst einmal mit meinem Tri Suit in den WK gehe, keine Söckchen brauche und das Abreißen des Energiegels noch lerne…

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21 Responses to “6. Berlin Triathlon Treptow – Einfach nur Laufen! – Teil II mit Fotogalerie”

  1. Tolle Reportage! Und ein Wettkampf, der jeden Respekt verdient. Ich hab’ leider viel zu wenig von dir gesehen, weil ich die Tanita bewachen musste ;-)

    Dass sich die Leute in der Wechselzone nicht umgerannt haben, fand ich schon erstaunlich. Eigentlich bietet Berlin da noch recht viel Platz. Aber es ist grenzwertig, wenn Sportler aus 3 Wettkämpfen (Wettkampfphasen) durcheinander laufen. Irgendwie ist ja doch jeder im Triathlontunnel.

    Bei den Gels komme ich mit Dextro auf dem Rad gut zurecht. Allerdings nur, wenn ich nicht vergesse, den Schraubverschluss vorher zu knacken. Dann geht es auch mit kalten Pfoten ganz gut. Sehr leicht auf geht auch High5. Das Iso-Gel ist ähnlich flüssig wie das von Dextro Energy. Wie beim Powerbar stört mich aber das Herumkauen auf scharfkantiger Alufolie. Man probiert an diesem Gelumpe wohl ein Sportlerleben lang.

    • Also Tanita ist ja auch wirklich bewachenswert. Die würde ich auch nicht aus den Augen lassen!

      Lieben Dank, Mathias! Das mit der Wechselzone war schon verwirrend, auch wenn man sich nicht in Quere kam, aber das ganz Hin und Her bringt einen total durcheinander. Ich erkläre noch vor dem Start zwei Triathleten, wie und wo lang man sich bewegt und dann weiß ich selbst nicht mehr wohin?!

      Mit Dextro bin ich irgendwie nicht so glücklich, da ist etwas drin, was mein Magen nicht mag. High5 soll sehr gut, dass habe ich schon von einigen gehört, die auch sehr empfindlich sind. Das active3 habe ich momentan und beim Marathon lief es damit auch super. Etwas Festes wäre aber mal gut, aber das meiste ist so unglaublich süß. Ich bin ja eher so der Bratkartoffel-Fan ;)

  2. Toll gemacht! ich denke auch dass da noch sehr viel Luft nach oben ist. So entspannt wie Du in der Wechselzone warst, habe ich Dich selten beim WK gesehen.

    • Achso!? Muss am intensiven Yoga liegen ;)

      Lieben Dank, ja, es lief sehr gut und nun Vollgas für den BerlinMan! Mal sehen, was da so geht.

  3. Gratuliere dir du deinem gelungen Einstand auf der Olympischen Distanz. Man kann beim Lesen richtig spüren welchen Spaß du an der Sache hattest. Ich denke das du noch einiges an Zeit raus holen kannst. Toll gemacht!!

    • Hallo Frank, lieben Dank für deine Nachricht!
      Ich muss die Übergänge noch etwas üben und die Einheiten noch intensiver und länger werden lassen. Mal sehen, wie das wird. Ich freue mich aber schon auf den nächsten.

  4. Gratulation! Ich werde wahrscheinlich jetzt nur noch mit dir laufen, wenn du direkt zuvor geschwommen und Rad gefahren bist ;-)

  5. Glückwunsch! Super gemacht. Und wieder einmal ganz lieben Dank an den fleißigen Fotografen!
    Ich wünschte ich wäre so gut durch meine erste Olympische gekommen… ;-)

  6. Hallo Din,
    so mal wieder ein Versuch, hoffentlich klappt es heute mit dem Kommentar. Herzlichen Glückwunsch für das tolle Ergebnis. Nach Deinem Bericht bekommt man richtig Lust auch mal wieder einen Triathlon zu finishen. Super Bericht und tolle Fotos. Wer macht eigentlich immer diese sehr guten Fotos?

    • Ja, das hat super geklappt. Wer weiß, was die letzten beide da los war. Leider hat man bei WordPress.com wenig Einfluss.

      Lieben Dank für die Glückwünsche! Musst du unbedingt ausprobieren. Es macht so viel Spaß und ein Sprint aus Spaß ist einfach immer drin.

      Für die Fotos habe ich meine Radbegleitung “abgestellt” und diese macht aus Liebe zur Fotografie gerne mit.

  7. Liebe Din!! Congratulation… well done! Vor allem unter diesen ekligen Wetterbedingungen. Ich wünsche Dir von Herzen, dass deine Saison weiterhin so gut läuft und wir weiter mitfiebern und uns mitfreuen können.

    Viele Liebe Grüße ♥

    • Vielen, vielen Dank, Bee! Das hoffe ich doch. Es gibt ja viele neue Sachen in diesem Jahr, sowohl in Sachen Triathlon, aber auch beim Laufen und Rennradfahren. Es macht mir wirklich Spaß, all das neue zu erleben. Bin gespannt, wie das Radrennrennen am Sonntag läuft.

  8. Hallo Nadin,
    zum Thema feste Nahrung für unterwegs. Ich habe bei meinem langen Triathlon letztes Jahr mir kleine Tütchen mit kleinen Salzbrezeln gepackt. Unterwegs sehr lecker und eine herzhaft Alternative zu den süßen Gels. Und, was das wichtigste ist, mein Magen mags. Ich bin da ein bissl sensibel und ich schwöre auf High5. Die vertrag ich und es gibt auch Citrussorten, die sind nicht so süß.

    • Danke, das ist eine super Idee! Irgendetwas werde ich dann auch für Sonntag in meine Trikottasche packen. Mir ist auch nichts wichtiger, als dass mein Bauch das Essen mag und die Anstrengung verkraftet.

  9. Also ich wäre wohl entweder beim Schwimmen ertrunken oder ich hätte bei dem Gedränge jemanden erwürgt vor Zorn :-) Tolle Leistung die du da abgelegt hast die ich nur abschätzen kann, da ich zum letzten mal vor etwa 2 jahren richtig geschwommen bin und letztes Jahr höchstens zweimal Rad gefahren bin. Desshalb meine Verbeugung vor deiner Leistung!

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